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So erhalten Sie dauerhaft hohe Schmelz- und Dentinhaftung


Durch die Adhäsivtechnik gelingt es, hydrophile (wasserhaltige) Schmelz- und Dentinoberflächen mit hydrophilisierten Kunststoffen (Adhäsive) und hydrophoben (wasserabweisenden) Komposits zu verbinden (Hybridschicht, Mikroverzahnung, kein chemischer Verbund). Um dauerhaft hohe Haftwerte zu erreichen, gilt es nachfolgende Regeln strikt einzuhalten:

1.) All-Etch-Technique (Schmelz- und Dentinätzung): Die Schmelzätzzeiten betragen 30 s – 60 s, bei Milchzahnschmelz bis 120 s. Die Dentinätzzeit beträgt 10 s bis max. 15 s. Bei längeren Dentinätzzeiten wird das Dentin in der Oberflächenrandzone zu weit demineralisiert (erweicht) und die Haftwerte gehen signifikant zurück bzw. können Postsensibilitäten auftreten.      

2.) Trocknung des Dentins: Eine Übertrocknung des Dentins nach dem Abspülen der Säure vermindert das Einpenetrieren des späteren Adhäsives mit der Folge reduzierter Dentinhaftwerte und oftmals von Postsensibilitäten -> vorsichtig (gerade eben) trocknen.

3a.) Selbstätzendes Adhäsiv: Bei Verwendung selbstätzender Adhäsive werden sehr hohe Schmelzhaftwerte erzielt, wenn die Schmelzoberfläche zuvor mittels Phosphorsäure vorgeätzt wird (z.B. 30 s). Eine Ätzung des Dentins mit Phosphorsäure ist bei selbstätzenden Adhäsiven nicht erforderlich, eher nachteilig. Selbstätzende Adhäsive wie Etch & Bond oder Dentinpflaster werden stets in nur einer Schicht aufgetragen. Cumdente Etch & Bond ist lichtund selbsthärtend, sowie speziell gepuffert, damit es mit allen licht-, dualen- und autokatalytischen Komposits kompatibel ist.

3b.) Die Penetration aller, auch selbstätzender Adhäsive in die Ätzareale der Schmelzprismen und in die Dentintubuli braucht Konzentrationsgefälle und Zeit. -> Adhäsive bzw. Adhesive/Activator Gemisch mittels Pinsel oder MicroBrush im Überschuss vorsichtig einarbeiten (mind. 30 s - 60 s). 

3c.) Konventionelles Primer/Adhäsiv/Bonding: Moderne Primer und Adhäsive sind chemisch nahe verwandt. Klassische Bondings (ungefüllte Komposits), wie sie bis überwiegend Mitte der 90er Jahre verwendet wurden, sind praktisch nicht mehr erforderlich. Die Begriffe werden heute oft synonym verwendet.
Nach Schmelz- und Dentinätzung mit Phosphorsäure wird die Zahnoberfläche für sehr hohe Haftwerte in einem 2-stufigen Verfahren mit Adhäsiven durchtränkt und hydrophobiert. Manche Hersteller verkaufen hierzu 2 Fläschchen »Primer« und »Adhäsiv«, oder »Adhäsiv« und »Bonding«. Cumdente vereinfacht diesen Schritt durch 2-faches, nacheinander erfolgtes Auftragen des Cumdente Adhäsives. Cumdente bietet ein Infiltrationsadhäsiv, das keine dicke Filmschicht (Auftrag) auf der Oberfläche ausbildet. So wird das Komposit nahe und spaltfrei mit dem Zahn verklebt. Einer Ermüdung der Haftwerte durch Wasseraufnahme an der Grenzschicht oder Passungsprobleme beim Einkleben von z.B. Inlays oder Kronen wird so vorgebeugt. In jedem Fall muss nach der ersten Schicht das Wasser sorgfältig verblasen werden. Falls möglich, lohnt die Polymerisation der 1. Schicht. Bei selbstätzenden Adhäsiven genügt eine Schicht.

3d.) Activator: Fast alle Adhäsive sind ausschließlich lichthärtend. Die Verbunde zu dual- oder autokatalytischen Komposits sind folglich eingeschränkt. Durch Zugabe von Cumdente Activator zu Cumdente Adhesive erreicht man sehr hohe Verbundwerte zu allen licht-, dual- und chemisch härtenden Komposits. Cumdente Adhesive / Activator Gemisch härtet dort von allein aus, wo das Polymerisationslicht nicht oder nur ungenügend hinkommt.

3e.) Verblasen und Polymerisieren des Adhäsives: Ein wesentlicher Teil des Adhäsives besteht aus Wasser bzw. Lösungsmittel, welches vor der Polymerisation bzw. dem Auftrag von Komposit vollständig (auch aus der Tiefe) verdunsten muss. -> nachhaltig lange und sanft verblasen (ca. 20 s). Die Adhäsivschicht muss vor dem Überschichten des Komposits in jedem Fall licht-polymerisiert werden und / oder die Auto-Polymerisation (z.B. 1 Min.) muss abgewartet werden.

4.) In jedem Fall eine erste, ganz dünne Schicht an Flow Komposit auftragen: Modellierbare Komposits benetzen die Adhäsiv-infiltrierten Schmelz- und Dentinoberflächen sehr mäßig. Häufig bilden sich Hohlräume und Mikrospalten insbesondere an den Kavitätenrändern oder -ecken. Die gesamte Kavität sollte deshalb mit einem fließfähigen Komposit dünn benetzt werden. Dünn, damit die Schrumpfung der 1. Schicht auf die Zahnoberfläche hin gerichtet ist und keine nachteiligen Spannungen entstehen. -> Fließbares Komposit (Cumdente Relaxx bzw. Apa Flow Nano) in Kavität applizieren, dann mit Pinsel oder MicroBrush dünn in der gesamten Kavität verteilen. 

5.) Kontaminationen vermeiden: Blut-, Sulkusfluid- oder Speichel-Kontaminationen vor oder während des Bonding-Vorgangs bzw. der Kompositapplikation resultieren in Trennschichten mit der Folge späterer Wasseraufnahme (Verfärbung, Quellung, Ablösung) und reduzierter Haftwerte. -> Vor dem Ätz-/ Bondingvorgang auf sichere Trockenlegung, dichte Verkeilung einer Matrize bzw. Kofferdam achten.

6.) Lagerbedingungen und Verfalldatum beachten. Adhäsivmaterialien und Komposits enthalten Stabilisatoren und Initiatoren etc., die u.U. eine Lagerung im Kühlschrank erforderlich machen. Nach Ablauf des Verfalldatums ist eine sichere Funktion nicht mehr gewährleistet. Fläschchen nach jeder Anwendung gut verschließen.